Wäsche waschen war in vergangenen Jahrhunderten eine tagelange Plackerei. Heute,
im Zeitalter der Wasch- und Spülmaschinen, können wir uns per Knopfdruck eine
"weiße Weste" verschaffen. Allerdings wissen wir kaum noch zu schätzen, welche
mühseligen Arbeitsschritte uns die Waschmaschine abnimmt. Denn wie funktionieren
Waschmittel eigentlich? Und was kostet uns die bequeme Wäsche im 21. Jahrhundert?

Waschen als Kraftakt
Lange Zeit war das Waschen die kraft- und zeitaufwendigste Arbeit im Haushalt.
Weit bis ins 20. Jahrhundert hinein gab es keinerlei maschinelle Hilfsmittel. Das
wichtigste Utensil war das Waschbrett. Gewaschen wurde in einer Lauge aus Asche
(Pottasche, später Soda) und einem Duftstoff, zum Beispiel Lavendel. Alle paar
Wochen oder Monate wurde ein Waschtag eingelegt und alle zur Verfügung stehenden -
zumeist weiblichen - Arbeitskräfte wurden mobilisiert.
Nach dem Einweichen und Brühen in der Lauge standen das anstrengende Schlagen,
Kneten und Reiben - ungefähr ab 1850 auf dem Waschbrett - auf dem Programm. Nach
erneutem Spülen, Bleichen und Wringen kam die Wäsche schließlich auf die Leine.
Der ganze Waschvorgang konnte bei all diesen Arbeitsschritten durchaus mehrere
Tage dauern: Ein Kraftakt, den uns heute die Waschmaschine und zahlreiche chemische
Hilfsmittel abnehmen.

Saubere Wäsche per Knopfdruck
Die erste vollautomatische Waschmaschine für den privaten Haushalt kam in Deutschland
1951 auf den Markt. Eine Düsseldorfer Maschinenfabrik stellte die "Constructa" auf einer
Ausstellung in Hannover vor. Bis dahin hatten erfinderische Geister zwar schon einige
Hilfsmaterialien wie die Wäschepresse oder eine Kurbel zum Auswinden erfunden, aber
die Verbreitung des "Waschvollautomaten" kam einer Revolution gleich. Sowohl in
gesellschaftlicher als auch in organisatorischer Hinsicht. Zu Beginn wurden die neuen
Maschinen aber nur in sehr kleinen Stückzahlen produziert. Einer größeren Nachfrage
konnte sich die Waschmaschine erst in den 60er Jahren erfreuen, als sie billiger und
damit für breitere Schichten erschwinglich wurde.

Seitdem ist das Waschen eine Kleinigkeit, die immer dann erledigt werden kann,
wenn genug Wäsche für eine Trommel vorhanden ist. Waschmittel, pulverisiert oder
flüssig, Weichspüler, Wäscheduft - heute beherrschen wir spielend das kleine
Einmaleins für modernes Waschen. Und von "porentiefer Reinheit" hat Deutschland
spätestens seit der Waschmittelwerbung mit Klementine eine Vorstellung.

 

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